Video-Reihe des FSP digitale_kultur

Der Apparat ist eine begriffliche Chimäre, die sich zur Akzentuierung verschiedenster Elemente in soziotechnologischen Zusammenhängen eignet. Apparate bezeichnen gleichermaßen mechanische Konstrukte wie auch feste Prozessketten menschlicher Handlungen, die maschinistisch z.B. als Verwaltungsapparat ineinandergreifen – so jedenfalls in der Theorie. 
Als Semester- und Handapparate kennen wir die Sammlungen von wissenschaftlichen Büchern und Zeitschriften, in denen die sozialen, rechtlichen, ethischen oder philosophiegeschichtlichen Konsequenzen analysiert, beschrieben und theoretisiert werden, die mit Apparaten einhergehen können. 

Das Format Theorie|Apparate stellt in einer Reihe eigenständiger Episoden jeweils ein technologisches Phänomen in den Mittelpunkt.
Jede Episode spiegelt dabei die Forschungsdesiderate aus der Zusammenarbeit innerhalb des Forschungsschwerpunktes digitale_kultur wieder. Weiterführende Recherchen verbinden die Sequenzen der Expert*innen-Interviews zu einem Gesamtnarrativ. Somit theoretisiert jede Episode ihren Gegenstand anhand der im FSP vorhandenen und über den FSP hinausweisenden Expertise. 

Theorie|Apparate ist kein Archiv und auch kein abgeschlossenes Kapitel – sondern vielmehr eine Einladung zur Diskussion.

Episode 01: Hate speech

Mit der zunehmenden Platformisierung von Kommunikation im Internet, steigen auch Probleme mit Fake News, Wahlbeeinflussung und vor allem verbale Gewalt gegen marginalisierte Gruppen. Insbesondere das Thema „hate speech“ versinnbildlicht gegenwärtig eine der dunkelsten Schattenseiten digitaler Kultur. Es beschäftigt die gesellschaftliche Öffentlichkeit seit langem. Umfassende Erklärungen oder wirksame Lösungsansätze für das Problem gibt es bisher allerdings nicht. Dies hat sicher auch damit zutun, dass dieses vielschichtige Phänomen keine singuläre Ursache hat und erst durch eine Vermittlung unterschiedlicher Forschungsperspektiven überhaupt beschreibbar wird.

Mit der ersten Episode des Video-Formats Theorie|Apparate, recherchiert und produziert durch Jun.-Prof.’in Dr. Jennifer Eickelmann und Dr. Thorben Mämecke, widmet sich der FSP digitale_kultur diesem Problem daher interdisziplinär und verschränkt medienwissenschaftliche, philosophischen und rechtswissenschaftlichen Ansätze mit den Expertisen außeruniversitärer Initiativen. Das Ziel ist es die komplexen Hintergründe dezidiert wissenschaftlich zu beleuchten, dabei aber für ein breites Publikum zugänglich zu machen.

Das Release-Datum dieser Episode im Februar 2024 ist nicht willkürlich gewählt, denn im gleichen Monat tritt der sog. Digital Services Act in Kraft. Damit macht die EU die Regulation von Kommunikation auf Social Media Plattformen erstmals verbindlich und verpflichtet die Betreiber zur Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Forschungsinstitutionen. Dieser Film ist ein erster Schritt um den nun folgenden Prozess aktiv zu begleiten.



Zusatzmaterial